First Slide

Erlebnis

neues Leben

Schon immer wollte ich - wie Marco Polo - die Welt bereisen und davon dann erzählen.

Second Slide

No risk

No fun

Es ist meine Entscheidung, und die mache ich auch für meine Liebsten auf der Welt nicht rückgängig.

Third Slide

Libyen

Wüste

Am nächsten Tag beginnt das Abenteuer schon vor dem ersten Schritt.

Beispiele aus dem Buch

Leicht ist sie nicht, die Entscheidung, von daheim wegzugehen. Daheim ist alles gemütlich. Zu gemütlich, um etwas zu verändern. Aber eigentlich wollte ich ja immer – wie Marco Polo – die Welt bereisen und darüber dann Geschichten erzählen. So habe ich mich dann doch entschlossen, den angebotenen Job meiner Firma anzunehmen und die Heimat zu verlassen, um einer unbekannten Welt gegenüberzutreten.

Die ersten Tage

Guten Morgen, ein neuer Tag, und alles erscheint im Heute schon viel schöner, aufregender – es meldet sich sogar schon Abenteuerlust in mir. Nur das mit dem Wetter scheint nicht zu klappen: Vom warmen Doppelbett aus sehe ich den Regen auf das vergitterte Schlafzimmerfenster schlagen.

„Hilft nix, raus aus den Federn mit dir!“ Mit meiner inneren Stimme bin ich nie allein.

Brr, kalt ist es! Aber mit Musik geht ja bekanntlich alles besser, und so grabe ich das Radio aus der Wäsche…und welche Freude: Der Stecker passt in die Steckdose. Mal sehen, wie es hier mit den Sendern ausschaut. Nun, nicht so gut, diese Dudelei, der altgriechischen sehr ähnlich, geht mir jetzt schon auf den Geist. Darum will ich die kleinen Boxen aus dem Koffer holen für den CD-Player, um geliebte, gewohnte Lieder zu hören. Ich habe sie eingepackt, ich bin mir sicher. Aber wo sind sie? Wie kann es sein, dass die Boxen nicht mehr da sind, wo ich sie hingepackt habe? Okay, vielleicht finde ich ja doch einen guten Sender…und die Blumen, wunderschön muss ich sagen, ziehen jetzt die Aufmerksamkeit auf sich. Im Begleitbrief steht, dass ich bald abgeholt werde, zur Arbeit. Weil ich so gut geschlafen habe und viel Zeit mit einer nicht vorhandenen Musik vertrödelt habe, spute ich mich ins Bad. Klitzeklein ist das, aber immerhin ein Trockner auf einer…einer…Waschmaschine! Iiii, denke ich, da steht sie, und ich werde sie ab jetzt jeden Tag mindestens zweimal sehen. Dieses Ding, das ich bis heute sogar erfolgreich aus meinem Wortschatz verdrängt habe.

Und auch jetzt habe ich keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Auch keine Gedanken mache ich mir über die Badewanne und den mit blauem Packband zugeklebten Gulli. Der Pyjama gleitet auf den Fliesenboden, ich rein in die Dusche und freue mich auf den heißen Regen…Duschgel und Badeschwamm in der Hand. Doch nicht mal ein klitzekleines Tröpfchen kommt aus der Brause. Na ja, dann eben ungeduscht ins neue Leben.

Im Gaddafi-Bunker und libysche Gastfreundschaft

Gleich am Freitagvormittag nach der Messe, als die anderen längst zum Strand unterwegs sind, zieht es mich natürlich wieder zu Neaba. Gadjo kann ich derweil zu Monika und Haris in den Garten stecken, die ja gleich fast um die Ecke der Kirche in Dahra wohnen – die freuen sich auf ihn, da sie ihre Hündin in Wien ha-ben und sie sehr vermissen.
Wie beim letzten Mal wird Yazeed über Funk gerufen, als ich nach ihm verlange, und ich werde dann salutierend durch die Schranke gewunken. Yazeed, mit einer Zigarette im Mundwinkel und schwarzem Barett keck schief auf dem Kopf sitzend, strahlt übers ganze Gesicht über das Zippo-Feuerzeug und bittet mich sogleich, am Barbecue teilzunehmen, das seine Männer gerade vorbereiten. Und ich freue mich auch, denn ich habe noch nicht einmal gefrühstückt, das geht sich in meinem Einfrauhaushalt irgendwie nicht aus. Ich wäre aber heute besser dran gewesen, hätte ich zumindest ein Stückchen Brot gegessen, denn die Män-ner machen erst Feuer in einer Erdgrube, während sich in mei-nem Magen bereits die wohlbekannten Scherenhände tummeln und mir vom Geruch des mit jeder Menge orientalischen Gewür-zen eingeriebenen Schafes fast schlecht wird.
Bis das Essen fertig ist, führt Yazeed mich durch die mir schon vom Pferdefest bekannte Aula mit dem gemalten Riesen-Gaddafibild auf einem weißen Pferd. Er zeigt mir die Büros, da-runter auch das von Mohammed Gaddafi als „Head of the Olym-pic Team”, das aber nicht schöner oder geschmackvoller einge-richtet ist als die anderen, dafür stehen bei ihm Plastikblumen auf dem Tisch.
Komischerweise muss Yazeed irgendwie angetan sein von mei-nen Locken, die ich heute offen trage, denn er macht jetzt auf ganz geheimnisvoll, als wir im unteren Teil des Gebäudes an-kommen. Er stellt sich breitbeinig auf ein geteiltes Betonplateau, das mit zwei dicken Eisenscharnieren verriegelt ist, und fragt mich, ob er mir etwas sehr Geheimnisvolles zeigen darf – ich mag seine Ausdrucksweise. Ja, er darf!
Ohne weiter zu überlegen, was das „sehr Geheimnisvolle” sein könnte, steige ich ihm durch die leicht zu öffnenden, mindestens dreißig zentimeterdicken Betonplatten nach, unzählige Treppen hinunter. Und da es so viele betonierte Stufen sind, die wir wen-delnd nach unten steigen, wird mir jetzt doch so mulmig zumute, dass ich selbst die Scherenhände in meinem Magen vergesse.
„Du dumme Nuss, was machst du denn da?“ Fast freue ich mich, meine innere Stimme zu hören, als wir endlich unten angekom-men sind und wir vor einer verschlossenen Stahltür stehen, die zu öffnen Yazeed sich bemüht. Aber er hat anscheinend für alles Schlüssel an seinem Bund, und schon öffnet er mir stolz die di-cke Tür mit den deutschen (!) Worten: „Willkommen im Oberst-Bunker!“

Erster Ritt auf Neaba

An Freitagen kommt Gadjo mit zum Stall und lernt dort den Umgang mit den Pferden, und die Stallburschen lernen den Umgang mit ihm, was so manches Mal zu Aufregungen führt, denn Gadjo lässt sich nicht verscheuchen wie ein Streuner. Wenn jemand Steine nach ihm wirft, geht er in Angriffstellung und klemmt nicht winselnd den Schwanz ein und rennt weg.

Während Najat und ich reiten, balgt Gadjo mit den streunenden Hunden herum, dabei verschwindet er mit ihnen in das kleine Wäldchen hinter dem Reitplatz, ist aber sofort wieder da, wenn ich ihn rufe, und das mache ich immer, wenn ich vom Pferd steige. Gadjo sieht, dass ein Pferd kein Ungeheuer ist, dem man nachjagen muss, obwohl er das naturgemäß bei einem arabischen Rappen versuchte, der auf der Koppel stand beziehungsweise lief. Was natürlich folgte, war eine ordentliche Standpauke meinerseits und dann noch eine und wieder eine, und mittlerweile sieht er ein, dass es mir ernst ist hier bei den Pferden, und er sich daran unweigerlich halten muss.

Nach einiger Zeit unserer Bekanntschaft stellt Najat mich ihrem Chef (und zukünftigen Ehemann) vor: General Faris – ich schätze ihn auf sechzig Jahre – ist seit dreißig Jahren in erster Linie Chef von Forusia, in weiterer Linie einer von Gaddafis Revolutionären. Was man da noch für Verpflichtungen und Aufgaben hat, weiß ich nicht. Aber ich weiß jetzt, dass der weiße Wagen vor dem Halleneingang ihm gehört, und nachdem er sich von seinem Büro oben in der Halle vergewissert hat, dass ich nicht so schlecht reite, und Najat ihm gesagt hat, dass ich recht hartnäckig bin, mich nicht abschütteln lasse und auch immer wieder komme (im Gegensatz zu manchem Team-Reiter), hat er eingewilligt, dass ich Neaba „moven” darf. Und unter „bewegen” könnte man auch „reiten” verstehen, NICHT WAHR?

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  • Die ersten Tage

    - Guten Morgen, ein neuer Tag [...]
  • Im Gaddafi-Bunker und libysche Gastfreundschaft

    - Wie beim letzten Mal wird Yazeed über Funk gerufen [...]
  • Erster Ritt auf Neaba

    - An Freitagen kommt Gadjo mit zum Stall und lernt dort [...]

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Ich habe mich getraut und ritt auf Gaddafis Pferden.

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Gaddafis Pferde waren etwas Besonderes

Wie von einer unsichtbaren Leine gezogen, gelange ich in einen Stall, Hans hinter mir. Es ist angenehm kühl hier drin und für mich so beruhigend. Das sanfte Pferdeschnauben, das bekannte Kauen und ab und zu Hufscharren, ein Huf schlägt gegen eine Holztür. Ich gehe zu einer Box, an der Decke hängt ein Ventilator, drinnen steht ein Schimmel. Ein arabischer Berber. Er sieht mich an und kommt zu mir an die Tür. Durch die Gitterstäbe berühre ich seine Nüstern, da wendet er sich wieder von mir ab und seinem Heu zu. Ich gehe zur nächsten Box und zur nächsten – und in jeder steht ein weißes, arabisches Pferd.

Ich bemerke nicht, wie Hans leise angesprochen wird, denn ich bin bei der nächsten Box angelangt, und mein Herz schlägt gerade einen Purzelbaum. Ich schwöre: In der Ecke steht das schönste Pferd, das ich je gesehen habe! Es ist ein schneeweißer Berberhengst mit urlanger Wallemähne, sein Schweif berührt den Boden.

Zum ersten Mal in meinen Leben verliebe ich mich auf den ersten Blick.

Hans, der mich beobachtet, kommt jetzt mit verlegenem Blick auf mich zu, gefolgt von einem in hellgraues Leintuch gekleideten, kleinen, älteren, dunkelhäutigen Mann mit grau durchzogenen Haaren und Schnauzbart. Er wackelt mit dem Kopf und redet leise hinter Hans her, ich nehme an, er ist Stallbursche, und fürchte gleichzeitig, er will uns sagen, dass wir drinnen nichts zu suchen haben. Doch das kann er nicht, wo ich gerade so etwas Besonderes gefunden habe! Deswegen setze ich mein allerschönstes Lächeln auf und fange an, ihn auf Englisch mit Fragen zu bombardieren und aufs Pferd zu deuten, als könnte ich so verhindern, dass er mich hier rausscheucht. Es funktioniert tatsächlich! Der Stallbursche öffnet die Boxtür dieses traumhaft schönen, kräftigen Schimmels, der sich durch das klickende Schlossgeräusch noch weiter in die Ecke drückt. Als der Bursche seinen Stall betritt, stürzt der Hengst plötzlich mit gebleckten Zähnen und angelegten Ohren auf ihn zu, dabei pfaucht er wie eine Schlange! Der Mann springt mit einem Satz zurück, schließt schnellstens wieder die Tür, dreht sich zu uns um und – grinst bis über beide Ohren und bittet uns mit einer Handbewegung zum Stalltor hinaus. Um mich ist es geschehen…

Da sich hier weiter nichts tun wird bis zum Abend, drängt Hans mich zum Aufbruch – das ruhige Pferdebild mit Geruch ohne Aktion bedeutet ihm nichts. Also fahren wir den Weg zurück zum Ausgang, wo es gerade wimmelt von bewaffnetem Militär und Polizei, aber alle winken uns freundlich zu – ohne uns aufzuhalten oder zu kontrollieren. Bald sind wir wieder auf der Autobahn.

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Die Autorin

Doris Luser

Doris Luser

Schon immer wollte ich – wie Marco Polo – die Welt bereisen und davon dann erzählen! Also startete ich schon mit unerfahrenen 19 Jahren nach Griechenland, um Land und Leute zu erkunden. Nach drei Jahren hatte ich Tradition und Sprache soweit erforscht und wollte weiter nach Italien, das mich als nächste Kultur und Architektur, sowie Kunst interessierte.  Doch bei dem geplanten, kurzen Zwischenstopp zuhause in Österreich kam mir mein Arbeitgeber ‚dazwischen‘, und so musste ich mein nächstes Sprachziel aufschieben, denn meine Firma bot mir an, mich nach Libyen zu entsenden … Nun, arabisch ist auch nicht einfach!

Nach weiteren Aufenthalten in Frankreich und Oman lebe ich nun – vorübergehend? – mit meiner Familie und jeder Menge Tiere, die ich in meinen Auslandsaufenthalten eingesammelt habe, im südlichen Weinviertel Österreichs.

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